Weiterbildung und Berufsbildung

QV-Vorbereitung – und die Lehrerin ist an einem Workshop

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Kurz vor der QV und die Lehrerin ist nicht im Unterricht anwesend. Geht das? Die Lernenden arbeiten selbständig während 3 Lektionen. Sie bereiten sich dabei auf die Prüfung der kommenden Woche vor und ebenfalls für die Lehrabschlussprüfung. Wie es ihnen dabei ergangen ist, lesen Sie hier.

Veröffentlicht am 29. März 2017 von Anita Schuler

„Heute hatten wir die Möglichkeit im IKA Unterricht für unsere QV Prüfung zu lernen.

Wie gingen wir überhaupt vor: Zuerst haben wir die Aufgaben durchgelesen und falls wir Fragen hatten oder etwas unklar war, konnten wir unsere Lehrperson Frau Schuler fragen. Danach haben wir die Aufgaben Punkt zu Punkt gelöst und haben uns gegenseitig geholfen. Wir kamen ein bisschen unter Druck, weil wir es nicht geschafft haben in 60 Minuten die «QV Prüfung» fertig zu lösen.

Was wir daraus gelernt haben ist, falls wir bei einer Aufgabe nicht weiterkommen, nicht in Panik geraten, sondern zur nächsten Aufgabe gehen und es sich als letztes anschauen. So kommen wir nicht unter Druck und Stress.

Wir konnten auch ohne die Lehrperson ruhig und konzentriert arbeiten und wie oben erwähnt, haben wir uns gegenseitig geholfen. ABER, das heisst nicht, dass wir Frau Schuler nicht vermisst haben. Bei manchen Fragen konnten wir Ihre Hilfe gut gebrauchen.“

geschrieben von Sara Catalano, HKVA15b

Wer auf einen grossen Ressourcenpool zurückgreifen kann, der kann auch selbständig arbeiten. Dazu gehören nicht nur Lehrmittel – auch Lernkolleginnen sind eine überaus wertvolle Ressource.

Zugegeben, es ist nicht einfach, sich so völlig ohne Lehrerunterstützung auf etwas so Wichtiges wie die QV vorzubereiten. Aber: Allein ist niemand. Damit ein Unterricht auch ohne Lehrperson funktionieren kann, sind folgende organisatorische „Kniffe“ hilfreich.

  • Die Aufgaben werden eingehend miteinander besprochen und alle Fragen geklärt. Erst wenn der Grundkonsens „ich habe alles, was ich zum Lernen und Arbeiten brauche“ spürbar vorhanden ist, kann sich die Lehrperson zurückziehen.
  • Es stehen unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung, die bekannt sind und störungsfrei genutzt werden können: offizielles Lehrmittel, eigene Lernunterlagen (Notizen, Übungen, Prüfungsordner etc.), Internet/Intranet etc.
  • Die Lernenden helfen sich gegenseitig gleich bei der Bearbeitung. 
  • Sie können ihre Arbeiten anhand eines klaren Bewertungsrasters überprüfen, korrigieren, anpassen.
  • Die Lernenden wissen, wo die Lehrperson ist und dass sie – auch an einem Workshop – gestört werden darf, wenn die Klasse in ihrem Fortkommen massgeblich behindert wird.
  • Die Lernenden wurden schrittweise über mehrere Wochen, Monate, Semester an selbständiges, eigenverantwortliches Lernen herangeführt. 
  • Beide Seiten vertrauen einander: Die Lernenden wissen, dass sie bei Problemen nicht alleine dastehen. Und die Lehrperson weiss, dass die Lernenden ihr Bestes geben werden.

Als Lehrperson ist mir wichtig, dass ich nicht die „alleinige Wissensträgerin“ bin. Alle Ressourcen – und somit auch das Wissen und Können der Lernenden – werden eingesetzt und genutzt. Zudem wertschätze ich die Arbeit der Lernenden genauso, wie sie auf mein Coaching zählen können – wenn auch zeitverzögert. So oder so: Ich bin überzeugt, dass auch in schwierigen Situationen wie Prüfungsvorbereitung Lernen mit grosser Selbständigkeit der Lernenden und sogar ohne Lehrerin im Unterricht möglich ist. Wie obiges Schülerstatement beweist.

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1 Kommentar


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  • Marion Jordi - 29. März 2017 17:03

    Toll geschrieben! Danke, dass wir bei deiner Klasse reinschauen durften!

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