Weiterbildung und Berufsbildung

Bis zu 23 Meter tiefe Löcher für rund 180 Pfähle

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Zwei haushohe Bohrmaschinen ziehen derzeit auf der Grossbaustelle beim BZZ in Horgen die Blicke auf sich. Der hauptverantwortliche Bauleiter, Thomas Frick, erklärt im Interview deren Einsatzzweck.

Baustelle BZZ Drehbormaschinen

Veröffentlicht am 14. November 2016 von Blog Redaktion

Herr Frick, Sie sind dipl. Architekt HTL und seit 1998 als Bauleiter bei der GMS Partner AG tätig. In Ihrer Funktion betreuen Sie verschiedene Bauprojekte. Was ist für Sie das Besondere am Projekt des BZZ?  

Häufig betreue ich als Bauleiter grössere Wohnüberbauungen. Das Besondere an Projekten wie der Erweiterung und Gesamtsanierung des BZZ ist der Umstand, dass es sich um eine Bildungsinstitution handelt. Es ist eine Genugtuung, als Subplaner des Architekten an der Entstehung dieses Gebäudes mitzuwirken. Ich persönlich schätze zudem die angenehme Zusammenarbeit im Projektteam, zu dem auch Ansprechpartner vom BZZ zählen.

Thomas Frick, Bauleiter bei der GMS Partner AG. Im Hintergrund ist die imposante Bohrmaschine zu sehen (Bild: E. Sauta)

Thomas Frick, Bauleiter bei der GMS Partner AG. Im Hintergrund ist die imposante Bohrmaschine zu sehen (Bild: E. Sauta)

Wie setzt sich das Projektteam zusammen?

Zum Projektteam zählen der Rektor des BZZ, Andreas Häni sowie mit René Probst ein weiteres Mitglied der Schulleitung, Vertreter des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamtes (MBA), der Architekt und wir als Kostenplaner und Bauleitung. Geführt werden die Sitzungen jeweils vom Projektleiter vom Hochbauamt des Kantons Zürich, welches den Bau im Auftrag des MBA erstellt. Für strategische Entscheide ist ein übergeordnetes Gremium zuständig und je nach Bauphase gibt es zudem verschiedene Arbeitsteamsitzungen mit den jeweils involvierten Fachleuten.

Am 20. Juni 2016 erfolgte der Spatenstich für den Erweiterungsbau der Schulanlage. Nach den erfolgten Abbrucharbeiten stechen derzeit vor allem die beiden riesigen gelben Maschinen ins Auge, die in den Himmel ragen. Worum handelt es sich dabei? 

Wir befinden uns derzeit in der Phase des sogenannten Spezialtiefbaus. Um das künftige Gebäude auf den Felsuntergrund zu stellen, wird eine rund 10 Meter tiefe Baugrube gemacht und die dortige Fundamentplatte dann auf Fundationspfählen gelagert. Weil man die Baumaschinen nicht in diese Tiefe bringen kann, führen wir die Vorarbeiten ab dem aktuellen Boden-Niveau aus. Bei den beiden riesigen Geräten handelt es sich um Bohrmaschinen. Diese bohren rund 180 Löcher, um Pfähle in 15 bis 23 Meter Tiefe zu versenken. Anschliessend werden die untersten 5 bis 13 Meter betoniert und der Rest mit Material aufgefüllt, das nachher wieder ausgehoben wird. Ein Teil der Pfähle dient zudem ausschliesslich der Baugrubensicherung. Im März 2017 wird der Aushub im vorderen Teil erfolgt sein. Dann geht es mit dem Rohbau weiter.

Die Drehbohrer bohren rund 180 Löcher, um Pfähle in 15 bis 23 Meter Tiefe zu versenken

Die Drehbohrer bohren rund 180 Löcher, um Pfähle in 15 bis 23 Meter Tiefe zu versenken

Wie genau funktionieren diese Riesenbohrer?

Bei den beiden Maschinen handelt es sich um sogenannte Drehbohrgeräte. Da die Platzverhältnisse eng und die Nachbarhäuser sehr nah gelegen sind, haben wir uns zusammenmit den Tiefbau-Ingenieuren für dieses schonende Verfahren entschieden. Dabei wird das Material durch ein drehendes Element, eine sogenannte Schnecke, gelöst und hochgezogen. Der Beton wird durch ein Füllrohr aufgefüllt. Durch dieses Verfahren können wir Schäden durch Vibrationen und Materialverdrängungen vermeiden.

Gibt es neben den Platzverhältnissen noch andere Herausforderungen?

Die Bodenbeschaffenheit ist aufgrund der Hanglage und wegen der Seenähe ziemlich herausfordernd. Die ersten 2 bis 3 Meter lassen sich sehr gut durchbohren, dann wird es extrem nass und nach rund 8 bis 10 Metern Tiefe wird es felsig und sehr hart. Aber in unserem Metier sind wir uns Herausforderungen gewohnt und finden auch aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung immer einen Weg, um damit umzugehen.

Herr Frick, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin einen erfolgreichen Baufortschritt.

 

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0 Kommentare


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  • Anita Schuler - 28. November 2016 09:40

    Wir hören und sehen vom Fenster aus die Bohrer. Das würde ich aber gerne mal (mit einer Klasse) genau anschauen. Geht das?

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