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Marketingklischees und was wir davon halten

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Ein guter Verkäufer verkauft einem Eskimo einen Kühlschrank? Wir sagen, das ist Blödsinn.

Gabriela Frei Gees erklärt gängige Klisches im Marketing. Sie ist Lehrgangsleiterin im Lehrgang Marketing und Verkauf am BZZ.

Veröffentlicht am 6. Juli 2017 von Gabriela Frei Gees

Wer einen Job im Marketing oder im Verkauf hat, wird immer wieder mit Klischees konfrontiert. Marketing ist Manipulation oder Verkäufer sind alles «Schnorris», bekommt man zu hören. Selbstverständlich gibt es Verkäufer, die ihr Hand- oder eben Mundwerk nicht verstehen und den potenziellen Kunden mit Produktvorteilen und Phrasen zu texten, während sie sich durch die völlig überladene und zu Tode animierte Power-Point-Präsentation klicken.

Und ja, es gibt sie leider, die unlautere Werbung, die manipuliert und lügt. Wer deshalb aber die ganze Berufsgattung ächtet, hat definitiv nicht verstanden, worum es beim Marketing geht und was die Aufgabe eines guten Verkäufers ist.

Klischee 1: Marketing ist Manipulation

Wir sind der Meinung, gutes Marketing hat es nicht nötig, zu manipulieren. Denn gutes Marketing orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen und bringt Angebote auf den Markt, die einen Nutzen bringen. Es geht heute auch nicht mehr darum, die Konsumenten ungefragt mit permanenten Werbebotschaften zu beschallen. In den 60iger Jahren, als allabendlich die gesamte Familie vor dem Fernseher sass und sich über die neuesten Geschehnisse informierte, war es für Werbetreibende einfach, die Zielgruppe zu erreichen. Es gab wenige Medien, die Märkte waren noch nicht gesättigt und der Konsument hat noch geglaubt, was ihm der Werbespot versprochen hat. Die Zeit hat sich geändert und mit ihr das Marketing. Wirklich gutes Marketing stellt Informationen zur Verfügung, nach denen die Menschen suchen und sie sind da zu finden, wo sie gesucht werden.

Was ist Marketing? Du erfährst es im Video.

Blödsinn, sagt René Feldbauer. Ein guter Verkäufer kann vor allem sehr gut zuhören und findet durch gezielte Fragen heraus, was sein Gegenüber wirklich braucht. Beim Eskimo ist das in den seltensten Fällen ein Kühlschrank. Wobei die globale Erwärmung das wohl leider noch ändern wird. Gesunder Menschenverstand, Empathie und Scharfsinn sind es, was im Bereich Verkauf die Spreu vom Weizen trennt. Der Wettbewerb ist in den meisten Branchen extrem hoch und nur Verkäufer, die mit Verstand beraten, können die Gunst der Käufer gewinnen.

Klischee 3: Marketing macht aus Plunder Gold

Ein schlechtes Produkt bleibt ein schlechtes Produkt, auch wenn der Werbespot und das Inserat noch 100x geschalten werden. Nur, wer erstklassige Produkte bietet und eine authentische Story zu erzählen hat, schafft es, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen. Menschen wollen Emotionen und Marken mit Charakter. Es ist die Aufgabe von Marketingfachleuten, den Kern und die Werte eines Unternehmens so in die Kommunikation zu integrieren, dass sie potenzielle Kunden begeistern und ins Herz treffen.

Klischee 4: Feuchtfröhliche Meetings und endlose Kreativität

Kreativität im Marketing ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Kreativität widerspiegelt sich jedoch nicht nur in lässigen Werbespots und bunten Inserat-Designs. Denn Marketing ist mehr als Werbung. Kreativität ist bei allen sieben P (Product, Price, Promotion, Place, People, Process, Physical Facilities) des Marketings gefragt. Kreativität folgt einer Strategie und ist meist harte Arbeit. Kreative Lösungen entsteht selten in Momenten, wo das ganze Marketingteam beschwipst an der Bar steht.

Verstehst du etwas von Marketing? Teste hier, ob Marketing was für dich ist.

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